Individuelle Software oder Standardsoftware: Was passt zu Ihrem Betrieb?
Stand · K&K Solutions
Standardsoftware passt, wenn Ihr Ablauf so läuft wie bei vielen anderen Betrieben auch: Buchhaltung, Kasse, Lohn, Mail. Individuelle Software lohnt sich dort, wo Ihr Betrieb anders arbeitet als der Rest und genau das Ihr Vorteil ist. In der Praxis ist die beste Antwort oft eine Mischung: Standard für das Übliche, eine eigene Lösung oder eine Verbindung für das, was kein Programm abdeckt.
Was ist der Unterschied zwischen Standardsoftware und individueller Software?
Standardsoftware wird einmal entwickelt und an viele Kunden verkauft oder vermietet. Beispiele sind Buchhaltungsprogramme, Kassensysteme, Warenwirtschaften oder Excel. Sie passen Ihren Ablauf an das Programm an.
Individuelle Software wird für einen Betrieb und seinen Ablauf gebaut. Das Programm passt sich an Sie an, nicht umgekehrt.
Dazwischen gibt es eine dritte Möglichkeit, die oft übersehen wird: bestehende Software verbinden und ergänzen. Die Standardprogramme bleiben, dazu kommen Verbindungen zwischen ihnen oder ein kleines eigenes Werkzeug für die Lücke, die keines abdeckt.
Wann reicht Standardsoftware?
Standardsoftware ist meist die richtige Wahl, wenn:
- der Ablauf branchenüblich ist. Buchhaltung, Lohn, Zeiterfassung und Kasse funktionieren in den meisten Betrieben ähnlich.
- gesetzliche Vorgaben dahinterstehen. Bei Steuern, Kassenführung oder Lohn sind geprüfte Standardprogramme ein Vorteil, weil der Hersteller Gesetzesänderungen nachzieht.
- Ihre Treuhand oder Ihr Steuerberater damit arbeitet. Viele Treuhänder arbeiten zum Beispiel mit Abacus oder Bexio. Ein Wechsel würde mehr kosten als nützen.
- Sie schnell starten wollen. Ein fertiges Programm ist oft in Tagen eingerichtet.
- der Ablauf kein Wettbewerbsvorteil ist. Niemand kauft bei Ihnen, weil Ihre Lohnabrechnung besonders ist.
Wann lohnt sich individuelle Software?
Eine eigene Lösung lohnt sich vor allem, wenn:
- Ihr Ablauf von keinem Programm abgedeckt wird. Etwa eine besondere Art der Tourenplanung, der Preisbildung oder der Zusammenarbeit mit Lieferanten.
- Sie Standardsoftware schon heute mit Excel-Listen und Zetteln ergänzen. Das ist ein deutliches Zeichen, dass das Programm Ihren Ablauf nicht abbildet.
- Ihr Ablauf Ihr Vorteil ist. «So wie wir das machen, macht das keiner» ist ein guter Grund, das nicht in ein Standardprogramm zu pressen.
- mehrere Programme zusammenspielen müssen und dazwischen viel von Hand übertragen wird.
- Kunden oder Lieferanten selbst etwas eintragen oder abrufen sollen, etwa Bestellungen, Freigaben oder Unterlagen.
Ein Beispiel: Ein Grosshändler nimmt Bestellungen per Telefon, Mail und WhatsApp an und tippt sie in die Warenwirtschaft. Die Warenwirtschaft bleibt. Neu ist ein Weg, der die Bestellungen erfasst und dort anlegt. Das ist individuelle Software, ohne dass ein bestehendes Programm ersetzt wird.
Was kostet was?
Die Kosten fallen bei beiden Wegen unterschiedlich an. Konkrete Beträge hängen stark vom Umfang ab, deshalb hier nur die Struktur:
| Kostenart | Standardsoftware | Individuelle Software |
|---|---|---|
| Start | Lizenz oder Abo, Einrichtung, Schulung | Analyse, Planung, Entwicklung |
| Laufend | Abo pro Nutzer oder Standort, Preiserhöhungen des Herstellers | Betrieb, Wartung, Anpassungen |
| Versteckt | Zusatzmodule, Umgehungslösungen in Excel, Handarbeit an den Lücken | Abhängigkeit vom Entwickler, Dokumentation |
| Wachstum | Kosten steigen oft mit jedem Nutzer | Kosten steigen eher mit neuen Funktionen |
Beim Vergleich lohnt der Blick auf mehrere Jahre. Ein günstiges Abo kann teuer werden, wenn daneben jeden Tag jemand Daten von Hand nachträgt. Eine eigene Lösung kann teuer werden, wenn niemand sie nach dem Start pflegt.
Welche Abhängigkeiten entstehen?
Abhängig sind Sie in beiden Fällen, nur auf unterschiedliche Weise.
Bei Standardsoftware hängen Sie am Hersteller. Er bestimmt Preise, Funktionen und wann ein Produkt eingestellt wird. Ihre Daten liegen in seinem Format, ein Wechsel kann aufwendig sein.
Bei individueller Software hängen Sie an dem, der sie gebaut hat und betreibt. Deshalb sollten Sie vorher klären:
- Wem gehört der Code und wem gehören die Daten?
- Kann ein anderer Entwickler die Software übernehmen?
- Gibt es eine Dokumentation?
- Wer kümmert sich, wenn sich ein angebundenes Programm ändert?
Gute Antworten auf diese Fragen sind wichtiger als die Frage, ob Standard oder eigene Lösung.
Wie treffen Sie die Entscheidung?
Diese Fragen helfen, Ablauf für Ablauf zu entscheiden:
- Läuft der Ablauf bei uns wie bei allen anderen? Wenn ja, zuerst nach Standardsoftware suchen.
- Gibt es ein Programm, das ihn ohne Umwege abbildet? Wenn Sie schon beim Testen Excel daneben brauchen, eher nicht.
- Ist der Ablauf unser Vorteil? Dann nicht in ein Programm zwingen, das ihn verwässert.
- Können wir bestehende Programme verbinden, statt neu zu bauen? Oft ist das der kürzeste Weg.
- Wer betreibt die Lösung in drei Jahren? Ohne Antwort darauf ist jede Lösung riskant.
Die Entscheidung muss nicht für den ganzen Betrieb gleich ausfallen. Viele Betriebe fahren gut mit Standard für Buchhaltung und Kasse und einer eigenen Lösung für genau den einen Ablauf, der sie ausmacht.
Häufige Fragen
Ist individuelle Software immer teurer? Nicht unbedingt. Am Anfang meist ja. Über mehrere Jahre hängt es davon ab, wie viele Abo-Gebühren und wie viel Handarbeit sie ersetzt. Ein Vergleich lohnt sich nur mit ehrlichen Zahlen aus dem eigenen Betrieb.
Muss ich meine bestehende Software ersetzen? Meist nicht. Oft ist es sinnvoller, auf der bestehenden Software aufzusetzen und nur die Lücken zu schliessen. Ein Wechsel lohnt sich nur, wenn das alte Programm den Betrieb wirklich bremst.
Was ist mit Excel? Excel ist Standardsoftware und für vieles gut. Schwierig wird es, wenn mehrere Leute gleichzeitig in einer Liste arbeiten, Formeln kaputtgehen oder niemand mehr weiss, welche Version gilt. Dann ist oft ein kleines eigenes Programm die bessere Wahl.
Wie lange dauert die Entwicklung einer eigenen Lösung? Das hängt vom Umfang ab. Wer in Phasen vorgeht und mit dem wichtigsten Ablauf beginnt, hat früher etwas im Einsatz als bei einem grossen Gesamtprojekt.
Was passiert mit meinen Daten, wenn ich den Anbieter wechsle? Das sollte vor dem Start geregelt sein, bei Standardsoftware wie bei eigener Software. Fragen Sie nach Exportmöglichkeiten und nach den Rechten an Code und Daten.
Wenn Sie für Ihren Betrieb abwägen wollen, was Standard bleiben kann und wo sich etwas Eigenes lohnt, sprechen Sie mit uns: Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.